Für eine Bestandseinrichtung der stationären Pflege wurden die Optionen eines Erweiterungsbaus sowie eines Ersatzneubaus umfassend geprüft. Im Mittelpunkt stand die strategische Weiterentwicklung der Einrichtung hin zu einem vielfältigeren, zukunftsfähigen Leistungsportfolio, das den künftigen Versorgungsbedarfen und wirtschaftlichen Anforderungen gleichermaßen gerecht wird.
❓ Wie stellt sich die aktuelle und zukünftige Bevölkerungsentwicklung dar und welche Auswirkungen ergeben sich daraus für die gesundheitliche Versorgung am Standort?
❓ Wie ist die Wettbewerbssituation im Bereich der vollstationären Pflege zu bewerten?
❓ Welche Entwicklungsmöglichkeiten bietet das Bestandsgebäude mit geringem Instandhaltungsstau?
Markterkundungsverfahren – Analyse des Sozialmarktes
Die Analyse zeigte eine demografisch anspruchsvolle Ausgangslage: Einer zunehmenden Überalterung der Bevölkerung steht eine anhaltende Binnenwanderung in Richtung urbaner Zentren gegenüber. Daraus ergeben sich besondere Herausforderungen für die langfristige Sicherstellung einer bedarfsgerechten pflegerischen Versorgung.
Ein Teil der bestehenden Pflegeplätze sollte erhalten bleiben und durch zusätzliche Nutzungssegmente sinnvoll ergänzt werden. Im Rahmen der Untersuchung wurden entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten geprüft. Eine besondere planerische Herausforderung bestand darin, 43 zusätzliche Pflegeplätze nahtlos in den vorhandenen Gebäudekomplex zu integrieren. Ziel war es, nicht nur einzelne Fragestellungen zu beantworten, sondern eine fundierte Entscheidungsgrundlage mit klaren strategischen Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.
Die Marktanalyse bestätigte eine sehr gute Ausgangssituation. Bereits heute besteht ein Nachfrageüberhang, der sich nach den Prognosen bis mindestens 2045 fortsetzen wird und somit eine langfristig stabile Auslastung erwarten lässt.
Die Expertinnen des Kompetenzzentrums Sozialwirtschaft führten im Rahmen einer umfassenden Due Diligence sowie eines Strategieworkshops mit den Entscheidungsträgerinnen des Auftraggebers sämtliche relevanten Planungsannahmen zusammen. Auf dieser Grundlage wurden die unterschiedlichen Handlungsoptionen bewertet und strategisch eingeordnet.
Es wurden konkrete Empfehlungen für die zukünftige strategische Ausrichtung der Einrichtung entwickelt und in einem strukturierten Projekt- und Zeitplan verankert. Dadurch erhielt der Auftraggeber bzw. die Auftraggeberin eine belastbare Entscheidungsgrundlage sowie einen klar definierten Handlungsrahmen für die nachhaltige und zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Leistungsangebots.