CO₂-Bilanzierung als strategischer Hebel für nachhaltige Unternehmenssteuerung

Ausgangspunkt

KWA Kuratorium Wohnen im Alter gAG verfolgt bereits seit vielen Jahren nachhaltige Ansätze – von energetischen Sanierungen über Ökostrom bis hin zu Photovoltaikanlagen und nachhaltiger Mobilität. Mit Blick auf steigende regulatorische Anforderungen, wachsende Erwartungen von Bewohner*innen, Mitarbeitenden und Finanzpartnern sollte Nachhaltigkeit, insbesondere das Thema CO2 jedoch messbar und steuerbar werden. Im Rahmen des Projekts wurde eine unternehmensweite CO2-Bilanz erstellt. 

Dezentrale Struktur mit mehreren Einrichtungen

Einführung einer unternehmensweiten CO₂-Bilanzierung

Bundesweit

CO₂-Bilanzierung für Scope 1-3 (Pilotierung an 2 Standorten, Roll-out-Begleitung), Implementierung des digitalen Tools „CO₂-Manager“

Situationsanalyse

KWA verfügte bereits über zahlreiche nachhaltige Einzelmaßnahmen – jedoch ohne konsolidierte Datengrundlage. Deshalb standen die folgenden Fragen im Vordergrund:

Wie lassen sich bestehende Nachhaltigkeitsmaßnahmen systematisch erfassen und bewerten?

Wie hoch sind die unternehmenseigenen CO2-Emissionen?

Welche Emissionsquellen sind in einer dezentralen Sozialorganisation besonders relevant?

Gibt es Unterschiede zwischen den jeweiligen Einrichtungen? Was kann man darauf lernen? Welche Hebel hat KWA, um die CO2-Emissionen zu reduzieren?

Wie gelingt eine praktikable Datenerhebung im operativen Alltag?

Lösungsweg der SozialGestaltung

KWA erstellte eine CO2-Bilanzierung aller Scopes in Anlehnung an das GHG Protocol. Dies umfasst:

  • Scope 1: Direkte Emissionen (z. B. Heizungen, Fuhrpark)
  • Scope 2: Eingekaufte Energie (Strom, Fernwärme)
  • Scope 3: Indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Verpflegung, Hygieneartikel, Entsorgung, Dienstreisen etc.)

Herausforderungen bei der Erstellung waren insbesondere dezentral vorliegende Datenquellen, unterschiedliche Organisationsstrukturen der Standorte, unterschiedliche Abrechnungseinheiten bei den Entsorgern zur Berechnung der CO2-Emissionen der Abfallentsorgung sowie ein hoher manueller Aufwand bei einzelnen Warengruppen (z.B. Hygieneartikel). Der Anspruch von KWA war es, nicht nur Emissionen zu berechnen – sondern Transparenz, Vergleichbarkeit und strategische Steuerungsfähigkeit zu schaffen. Dies gelang erfolgreich durch die folgenden Projektschritte:

  1.  Pilotierung & Markteinführung
  • Auswahl von zwei Pilotstandorten
  • Aufbau einer zentral-dezentralen Projektstruktur
  • Bildung eines Kernteams in der Zentrale sowie Nachhaltigkeitsteams an den Standorten
  • Durchführung eines Kick-offs inkl. Schulung
  • Definition klarer Verantwortlichkeiten (Datenerfasser & Datenlieferanten)

Ein zentrales Ziel war es, die Datenerhebung praxisnah und alltagstauglich zu gestalten.

  1. Einführung des CO₂-Managers & Roll-out
  • Nutzung des webbasierten Tools „CO₂-Managers“
  • Zentrale Erfassung bereits vorliegender Daten (z. B. Strom, Verpflegung)
  • Entwicklung einer standardisierten Datentabelle für alle Standorte
  • Hinterlegung von unternehmensrelevanten Umrechnungsfaktoren zur Vereinheitlichung
  • Übertragung der Pilot-Erfahrungen auf alle Einrichtungen: Individuelle Erfassung der noch verbleibenden Daten in den jeweiligen Einrichtungen
  • Erstellung einer gebündelten CO2-Bilanzierung auf Konzernebene und pro Standort

Die Pilotstandorte fungierten als Multiplikatoren im Unternehmen – ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Roll-out.

Ergebnis der SozialGestaltung

  • Transparenz schaffen: Erstmalige vollständige Übersicht über konzernweite Emissionen
  • Vergleichbarkeit ermöglichen: Identifikation besonders effizienter Standorte
  • Investitionen steuern: CO₂-Werte als Kriterium bei Sanierungen und Lieferantenauswahl
  • Kostenpotenziale erkennen: Optimierung durch Regelungs- und Messtechnik
  • Berichtspflichten vorbereiten: Datengrundlage für zukünftige regulatorische Anforderungen

Eingesetzte Leistungen der SozialGestaltung

Haben Sie Fragen zu diesem Projekt?

Wir helfen gerne weiter.

Ihre Ansprechperson

Luzy Zobel

Beraterin Nachhaltigkeit & Innovation