Steigende Eigenanteile treiben Pflegeheimkosten in die Höhe – aber starke regionale Unterschiede 

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Die Jahresauswertung der SozialGestaltung zeigt: 

Die Pflegeheimkosten steigen weiter. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Wachstum der Kostenanteile, die Bewohner/innen selbst tragen müssen. Insbesondere die Kostenbestandteile für die pflegerischen Leistungen– die pflegebedingten Eigenanteile – sind überproportional gewachsen. Eine wesentliche Ursache hierfür sind unter anderem höhere Löhne für Pflegefachkräfte, die sich je nach Bundesland in unterschiedlichem Ausmaß entwickelt haben.  

 

Das Wichtigste auf einen Blick (Januar – Dezember 2025) 

Anstieg der Gesamtkosten: Die Gesamtkosten1 stiegen um 4,6 %, wobei Steigerungen der pflegebedingten Eigenanteile Haupttreiber sind. 

Begrenzter Finanzierungsanteil der Pflegeversicherung: Im Dezember 2025 übernahm die Pflegeversicherung rund 22,0 % der Gesamtkosten; 78,0 % entfielen auf Bewohner/innen, Angehörige sowie die Sozialhilfe. 

Deutliche regionale Unterschiede: Die Kostenentwicklung variiert stark zwischen den Bundesländern und teilweise sogar zwischen einzelnen Landkreisen – mit spürbaren Auswirkungen auf Preispolitik, Auslastung und Investitionsentscheidungen. 

 

Gesamtkosten steigen – Kostenanteil der Bewohner/innen wächst überproportional 

Im bundesweiten Durchschnitt sind die Gesamtkosten für einen Pflegeheimplatz – einschließlich der Leistungen der Pflegeversicherung – von Januar bis Dezember 2025 um 4,6 % gestiegen, von 4.251 Euro auf 4.448 Euro. 

Exklusive der Leistungen der Pflegeversicherung – also bezogen auf die von den Bewohner/innen selbst getragenen Kosten – stiegen die Gesamtkosten um 6,0 % (siehe Abbildung 1).  

 

Wer zahlt was?  

Im Dezember 2025 trug die Pflegeversicherung durchschnittlich 22,0 % der Gesamtkosten (ca. 992 €). 78,0 % der Kosten (rund 3.456 €) entfielen auf die Bewohner/innen (siehe Abbildung 1). 

Diese 78 % verteilen sich auf: 

  • Pflegebedingte Aufwendungen / Eigenanteile (inkl. eeE): 44 % 
  • Unterkunft und Verpflegung: 23 % 
  • Investitionskosten: 11 % 
 
Abbildung 1: Gesamtkosten für einen Pflegeheimplatz in Deutschland 
Quelle: AOK-Pflegenavigator (2025), Pflegelotse (2025), eigene Berechnung

Deutliche regionale Unterschiede: Bundesländer im Vergleich 

Der Standort einer Pflegeeinrichtung beeinflusst maßgeblich die Höhe und Zusammensetzung der Heimentgelte. Innerhalb der Bundesländer zeigen sich teils erhebliche Unterschiede bei Investitionskosten, pflegebedingten Eigenanteilen sowie bei Unterkunft und Verpflegung. 

Die höchsten Gesamtkosten (ohne Leistungsanteil der Pflegeversicherung) lagen im Dezember 2025 bei:  

  • Bremen: 3.964 Euro 
  • Baden-Württemberg: 3.858 Euro 
  • Nordrhein-Westfalen: 3.832 Euro 

Am unteren Ende lagen: 

  • Thüringen: 3.149 Euro 
  • Mecklenburg-Vorpommern: 3.125 Euro 
  • Sachsen-Anhalt: 2.951 Euro 

Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland liegt ein Preisunterschied von 1.013 Euro. 

 

Abbildung 2: Gesamtkosten für stationäre Pflege (ohne Kostenanteil der PV) nach Bundesländern im Dezember 2025 
Quelle: AOK-Pflegenavigator (2025), Pflegelotse (2025), eigene Berechnung

Noch genauer: Unterschiede bis auf Landkreisebene 

Selbst innerhalb der einzelnen Bundesländer zeigen sich deutliche Unterschiede bei den Gesamtkosten für stationäre Pflege auf Landkreisebene:

Abbildung 3: Gesamtkosten für stationäre Pflege (ohne Kostenanteil der PV) nach Landkreisen im Dezember 2025   
Quelle: AOK-Pflegenavigator (2025), Pflegelotse (2025), BKK-Pflegefinder (2025), eigene Berechnung

Treiber der Kostenentwicklung – Wachstum bei pflegebedingten Eigenanteilen  

Zwischen Januar und Dezember 2025 stiegen die Kosten für stationäre Pflege in allen Bundesländern. Die stärksten absoluten Anstiege verzeichneten: 

  • Brandenburg: +437 Euro 
  • Bremen: +352 Euro 
  • Bayern: +327 Euro 

Hauptursache dieser Entwicklung sind insbesondere die steigenden pflegebedingten Eigenanteile. Damit verschiebt sich die Kostenlast weiter in Richtung der Bewohner/innen. Unter anderem machen sich hier gestiegene Personalkosten bemerkbar: Die durchschnittlichen Stundenlöhne in der Pflege erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 4,9 % auf rund 23,70 Euro.2 

 

Abbildung 5: Anstieg der Pflegekosten von Januar bis Dezember 2025 nach Bundesländern 

Wenn Gesamtkosten nicht mehr tragbar sind: steigende Sozialhilfeabhängigkeit 

Die Zahl der Pflegebedürftigen, die die Kosten für die Unterbringung im Pflegeheim vollständig selbst tragen können, nimmt tendenziell ab. Entsprechend gewinnt die Rolle der Sozialhilfeträger weiter an Bedeutung.  

Für Betreiber bedeutet das häufig: 

  • mehr Abstimmungsaufwand und längere Klärungsprozesse, 
  • höhere Anforderungen an Forderungsmanagement und Liquiditätsplanung, 
  • wachsende Bedeutung der regionalen Kaufkraft für Preisstrategien 

 

Volatile rechtliche Rahmenbedingungen prägen den Handlungsrahmen der Betreiber  

Entsprechend den Ergebnissen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ wird u.a. eine Begrenzung der Eigenanteile empfohlen. Vorgesehen ist, dass ab 2027 die Bewohnerinnen und Bewohner einen festen Sockelbetrag zwischen 1.000 und 1.200 Euro pro Monat für pflegebedingte Kosten leisten; alle darüber hinausgehenden Kosten sollen von der Pflegeversicherung übernommen werden. Dadurch verschiebt sich die Finanzierungsbelastung, die aktuell beim Pflegebedürftigen selbst oder beim Sozialhilfeträger liegt, hin zur Pflegeversicherung. 

 

Wo ansetzen?  

Das Kompetenzzentrum Sozialwirtschaft unterstützt, indem es 

  • datenbasierte Analysen zur regionalen Versorgungssituation durchführt, 
  • wirtschaftliche Kennzahlen bewertet, 
  • Handlungsempfehlungen für die Planung und Optimierung von Pflegeangeboten entwickelt, 
  • Träger sowie Einrichtungen praxisnah bei der Umsetzung von Strategien begleitet 

Sie haben Fragen oder Anmerkungen? Kontaktieren Sie uns unter:

Lisa Scharf
Beraterin Research

E-Mail: l.scharf@sozialgestaltung.de